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Zahnfleischbluten – die Plage mit der Plaque

 

Nicht jedes Zahnfleischbluten erfordert gleich einen Spezialisten, doch sollte es nach drei bis vier Tagen nicht verschwunden sein, ist der Besuch beim Zahnarzt ratsam, denn ein zunächst harmloses Zahnfleischbluten kann böse Folgen haben.

Es beginnt mit mehr oder minder entzündetem Zahnfleisch, das dabei je nach Ausprägung unterschiedlich rot und geschwollen ist. Diese sogenannte Gingivitis sollte schnellstmöglich behandelt werden, bevor sie sich zu einer Parodontitis entwickelt.

Ursache hierfür ist zumeist mangelhafte Mundhygiene, aber auch Konditionen wie Diabetes, Rauchen, Stress, einige Medikamente, schlecht sitzende Brücken und defekte Füllungen. Frauen unterliegen durch hormonelle Schwankungen durch die Pille und während der Schwangerschaft einem grösseren Risiko als Männer. Früher hieß es pro Kind ein Zahn, aber das muss heute nicht mehr sein.

Der eigentliche Übeltäter für Zahnfleischerkrankungen ist Zahnbelag, auch Plaque genannt, an deren Entstehen die unzähligen Bakterien in der Mundflora verantwortlich sind. Leider vermehren sich diese Bakterien etwa alle halbe Stunde, zuckerhaltige Speisen und Getränke sowie eine kohlenhydratreiche Ernährung fördern neben den bereits genannten Faktoren die Plaquebildung.

Von den Zahnflächen kann Plaque durch Putzen gut entfernt werden, für die Zwischenräume benötigt es Zahnseide und Interdentalbürsten. Plaque bildet sich zuerst auf den Zähnen im Bereich des Zahnfleischrandes und in den Zwischenräumen. Noch dicker kommt es, wenn sich Kalzium und Phosphat im Speichel mineralisieren und die ansonsten weiche Plaque verhärten: der sogenannte Zahnstein. Dieser kann nur durch professionelle Zahnreinigung bzw. Dentalhygiene beim Zahnarzt entfernt werden. Auch wenn Zahnstein selber nicht schädlich ist, so bietet er doch den idealen Nährboden für weitere Bakterienansammlungen, und unter dem Zahnstein können sich bildende Säuren und Bakterien ihr zerstörerisches Werk fortsetzen.

Bleibt die rettende Reinigungsaktion aus, kommt es neben Karies zu Entzündungen, die sich zuerst in Zahnfleischbluten äußern. Dies ist meist völlig schmerzlos und häufig das einzige, was der/die Betroffene von den oralen Vorgängen bemerkt. Und das ist gerade das Trügerische, denn jetzt spätestens muss mit einer sorgfältigen Mundhygiene begonnen werden, ansonsten drohen Parodontitis und deren Folgen wie Rückgang des Zahnhalteapparates und damit verbundener Zahnverlust – von den Schmerzen dabei ganz zu schweigen.

Aber das ist noch nicht alles: Die Bakterien am Zahnfleisch und in den Taschen führen zu einer schweren chronischen Entzündung. So gelangen sie in die Blutbahn, ebenso wie Entzündungsfaktoren.

Heute weiß man: Die Entzündungsfaktoren sind ein Alarmsignal und führen im gesamten Körper zu unerwünschten Reaktionen und können so Entzündungen an Orten auslösen, die eigentlich gesund wären. So steigen insbesondere die Risiken für Infarkt, Schlaganfall, Diabetes, rheumatische Erkrankungen, Gelenkschmerzen sowie Frühgeburten bzw. Babies mit zu geringem Gewicht. Dies verwundert nicht, denn der ursächliche Zusammenhang zwischen Zahn-/Munderkrankungen ist wissenschaftlich in vielen Studien bereits lange bewiesen.

Aha – vorbeugend gegen Schlaganfall & Co Zähne putzen …? Völlig richtig, so unglaublich es klingt: Parodontitis führt zu Gefäßerweiterungen und letztlich zu porösen Gefäßen. In den Spalten der Gefäßwand kommt es dann zu Verklumpungen, den sogenannten arteriellen Plaques, nicht zu verwechseln mit der hier behandelten Plaque. Lösen sich diese, spricht man vom Thrombus, und dann kommt es zum Infarkt oder Schlaganfall.

Eine gewissenhafte Mundhygiene fängt also mit Zähneputzen an, aber bitte richtig: Die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel so ansetzen, dass sie Zahnfleisch und Zähne berührt und mit der sogenannten Fegetechnik von Rot nach Weiß die Erreger runterputzen, und zwar in der Reihenfolge KAI (Kaufläche – Außenseite – Innenseite). Nach neuesten Erkenntnissen sind kreisende und rüttelnde Bewegungen unerwünscht, da sie die Erreger Richtung Zahntasche schieben. Ja, wir wissen, dass sich die ‚optimale‘ Technik in den letzten zwanzig Jahren zweimal geändert hat, aber dies leuchtet ein. Zahnzwischenräume sollten dabei besondere Aufmerksamkeit erhalten, und das Zahnfleisch freut sich über eine Massage, insbesondere bei Personen zunehmenden Alters. Anschließend werden die Zahnzwischenräume mit Zahnseide – wieder von oben nach unten – sorgfältig gereinigt. Dazu wickeln Sie die Enden von ca. 50 cm Zahnseide um Ihre Mittelfinger, sodass in der Mitte ca. 4 cm übrig bleiben, die Sie auf Spannung halten. Zahnseide immer wieder nachrollen. Achtung: jeder Zahnzwischenraum hat zwei zu reinigende Seiten. Für grössere Zahnzwischenräume empfiehlt sich ein Interdentalbürstchen oder Superfloß, womit man auch prima unter Brücken kommt.

Und lassen Sie bei Teil- oder Vollprothese nicht mit der Hygiene nach, denn deshalb verändert sich ja nicht das bakterielle Milieu im Mund: Die Erreger sind nach wie vor da und verrichten – ungebremst – ihr verheerendes Werk. Selbstverständlich bedürfen auch Zahnspangen gewissenhafter Reinigung.

In der Regel ist Zähneputzen im Zwölf-Stunden-Takt ausreichend, ansonsten kann passieren, dass der Zahnschmelz leidet. Ob Sie manuell oder elektrisch putzen, sei Ihnen überlassen, aber wichtig ist, die Zahnbürste alle drei Monate auszutauschen. Besonders bewährt haben sich Ultraschallzahnbürsten, die leider auch ihren Preis haben. Ob Sie ordentlich putzen, können Sie mit Zahnfärbetabletten selber feststellen, denn damit werden Zahnbeläge sichtbar.

Mit diesen Maßnahmen und einer professionellen Zahnreinigung, die Sie möglichst alle sechs Monate wahrnehmen sollten, schaffen Sie eine solide Basis nicht nur zur Gesunderhaltung von Zahnfleisch und Zähnen. Gerne leiten wir Sie im Rahmen einer Dentalhygienesitzung zur richtigen Zahnreinigung an und gehen dabei auf Ihre individuellen Bedürfnisse ein, denn: Zähne gut, alles gut!